Jeden ersten Donnerstag im Monat. Der Lay Screaming Ballroom mit den mäßig beliebten Schallplattenreitern Gallus Günther und Daniel LS.

Lesen Sie Ihre kurze, schockierende Historie aus den Liner Notes der zum einhundertsten LS Ballroom an Stammgäste verschenkten CD.

Es war den Bedienungen der Intimbar, Birgit und Anja, relativ peinlich, daß Pächter Hans R. für den Abend eine Doppelbuchung bezüglich der DJs durchgeführt hatte; neben den beiden strahlenden Helden Gallus Günther und Daniel LS war noch ein weiterer Versager gebucht worden, der zwischen den von ihm aufzulegenden Stücken auch noch auf der Wandergitarre Eigenkompositionen vorstellen wollte und sich in keiner Form kooperationsbereit zeigte. Gallus Günther schlug vor, in seine Stammkneipe im Gallus zu radeln, da dort seit einem oder zwei Monaten eine kleine zusammengefrickelte Anlage stehen würde, die man sicher nutzen könne: Außerdem wäre der Wirt sehr froh, um die dreissig Leute betrunken zu machen, die Geschäfte liefen wohl nicht so gut. Kurzerhand wurde ein Zettel am Eingang der Intimbar befestigt und in der Stute begann der Reigen, der so oder so ähnlich bis heute anhält. Zum einen gab es gleich beim ersten Mal kleinere Probleme mit der Anlage, die seinerzeit in einem nicht ganz so sauberen Küchenschrank residierte und getreu vergeblicher Vinyl-Rettungsversuche nur aus zwei Plattenspieleren und einem Receiver aus den Siebzigern bestand, so daß schlußendlich ein einziger Lautsprecher auf der Treppe zwischen Erdgeschoß und erstem Stock sowohl die Diskotheker wie auch die Gäste nicht wirklich beeindrucken konnte. Um so glücklicher der Wirt, der gegen vier Uhr morgens gleich Ablösegespräche mit nachweislichem Erfolg durchführte: Die Dollarzeichen in seinen Pupillen sollten noch lange leuchten.

Namedropping: Die Anlage wurde zunächst durch Harald, Markus und andere aus dem Superstar Magazin Umfeld aufgestellt; erst nach einigen Jahren übernahmen wir die technische Oberhoheit, indem Backup-DJ ‚Fatso' Al  zufällig in seinem Besitz befindliches, eine Meile langes kupfernes Boxenkabel gegen zweimal Freibier eintauschte. Beim Daniels Verlegen des Kabels schimpfte ein Gast ‚Ivo, die machen dir deine Kneipe kaputt'. Recht hatte er.

Während Gallus Günthers einjähriger Abwesenheit - wie alle jungen Menschen wollte er es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten reißen, kehrte aber als gebrochener Mann zurück - wurde er mehr als adäquat durch Ostend-Olga vertreten. Bei allen anderen Unpäßlichkeiten bewährten sich die beiden Backup-DJs, Maggus und Al, sowohl an den Plattenspielern wie auch im Thekensport. Einmal, am schlechtest besuchten Abend, dem 1. Januar 1997 oder 98, war auch Reiner am Start.
Mit dem Wissen, daß man in Deutschland mit Uniformen große Erfolge feiern kann, wurde die T-Shirts-Produktion angegangen, die den Bekanntheitsgrad der Veranstaltung ins Unermessliche steigerte. Zumindest beinahe. Das seltenste T-Shirt müßte die Zweitauflage weinrot/große Schrift in der Größe XXL sein, davon gibt's zwei oder drei - für den geneigten Sammler.
In weinseliger Verbundenheit mit der Samstagsrunde ‘Radio Freies Gallus’ wurden einige Male bereits die dreitägigen Marathonveranstaltungen durchgeführt,  wobei erstaunliche Einzelleistungen sowohl im Bierverkauf wie auch -genuß notiert werden konnten.
Es wäre jammerschade, hier an dieser Stelle den ein oder anderen Brüller aus den letzten einhundert Monaten anzuführen, zumal es noch genügend Stammgäste gibt, die sich daran erinnern. In diesem Sinne: Zweiter.

sieben Plattenspieler und
ein Dutzend Boxen später...7.2.02
Gallus Günther & Daniel LS
 

Backup-Djs

Al Dente

Ostend Olga

Maggus

erbitterte gegner auf dem spielfeld oder am plattenteller