Zeugwart-Hymne

von Frank Gerhardt.

(1.)
Die Brücke atmet still und zittert,
der Fluß zieht langsam seine Bahn
und die Straßen dieser Stadt
sind wie die Linien seines Lebens.
Und wie die Türme hier inden Himmel stehn,
so auch seine Träume nach oben gehn,
denn immer, wenn er an Sonntags denkt,
weiss er, der liebe Gott hat ihn wiklich beschenkt:
dann steht er am Rasen, der Himmel ist blau,
er selbst wohl auch und er weiss es genau,
wie die Köter am Strafraum die Knochen erwittern,
wird beim Chor der Trinker die Bude erzittern
 
(Refrain.)
Rot-Gelb das Trikot, grau die Haare,
die Nacht war schwer, er kommt in die Jahre,
er ist nicht weich, er ist nicht hart - er ist ein Zeugwart.
Ihm wurde vom Leben noch nicht viel geschenkt,
doch wenn er jetzt noch diesen Ball versenkt,
wird es Bier regnen für ihn bis ans Ende alle Tage
und er macht ihn rein, dass ist keine Frage:
Er ist ein Zeugwart, Zeugwart
Zeugwart Körbel ohne dich wär das Leben fürchterlich
 
(2.)
Viele Jahre sieht man durchs Leben gehn,
viele Menschen sieht man am Wegrand stehn,
was die Zeiten auch an Kummer bringen:
Fussball hilft, daß man’s vergisst.
Wie der Wind des Lebens seinen Körper auch dreht,
seine Seelte die steht unbewegtm
denn immer wenn er an Sonntags denkt
weiss er, der liebe Gott hat ihn wiklich beschenkt:
dann steht er am Rasen, der Himmel ist blau,
er selbst wohl auch und er weiss es genau,
muss er einst für alles die Zeche bezahlen,
wird beim Chor der Engel der Himmel erstrahlen.
 
(Refrain.)